Archiv für April, 2007

3 Monate Blogging - ein Rückblick

Mittwoch, 18. April 2007

Mittlerweile ist es ein paar, genauer gesagt drei Monate her, dass ich das erste mal *richtigen* Kontakt zur Blogwelt hatte. Seit 2001 führe ich altmodisch ein Livejournal, erreiche damit im Durchschnitt eine Leserschaft von etwa 30 auserwählten, die sich in meiner Freundesliste befinden. Nur diese 30 bekommen das zu lesen, was mir manchmal so durch den Kopf und danach auch durch die Finger geht. Im letzten Herbst kam ein kleines Auslandsblog- Projekt.

Also, Januar 2007. Der erste echte Blogeintrag geht online. pl0g.de is the place to be, ich lasse mich zu diversen weiteren Artikeln hinreißen. Sie finden Leser, die mitunter auch sehr begeistert sind. Währenddessen laufen schon die Planungen für mein eigenes Blog, welches sie, werter Leser, hier gerade vor sich haben- ob als echte Website oder RSS- Feed.
Als praktikabel erwies sich für mich das Wordpress- System, und “with a little help from my friends” (nachdem ich ein schickes und passendes Theme für mich zurechtoptimiert hatte) ging polaroidmemories.de offiziell ans Netz. Im Gegensatz zu meinem Livejournal weniger persönlich. Eher wie das, was ich früher für Fanzines und Zeitungen gemacht habe.

Erste Beobachtungen und Fazits, die ich so für mich ziehen kann:

  • Kontakte hat man schneller, als man denkt (kann an der relativ frühen Verbindung zu sozialisierten Bloggern liegen)
  • Der Weg hin zum eigenen Blog ist ganz und gar nich steinig. Eher wie ein Spaziergang.
  • Social Networking ist ein hübscher Nebeneffekt.
  • Die Blogospähre ist prinzipiell groß, die Netzwerke aber klein. Die Blogwelt ist ein Dorf.
  • Es finden sich schnell Lieblingsblogs, die exakt die Schreibe und die Themen haben, die ich haben will.
  • Auch scheinbar unwichtige Themen finden eine weite Leserschaft.
  • Vokabeln lernen war nie einfacher- und das, obwohl es so viele zu lernen gibt…

Nach 3 Monaten fühle ich mich vergleichsweise “zu Hause” hier. Sicher gibts in der Blogosphäre nicht nur Gruppenkuscheln, das wäre ja auch langweilig. Viel mehr schätze ich ab und an auch mal kleine Nachbarschaftskebbeleien. Man muss ja nicht mit jedem grün werden und alles gut finden.

Ich erwähne jetzt hier mal nicht explizit alle, die mir den Einstieg erleichtert haben. Viel mehr geht mein genereller Dank raus an alle, die mir praktische Starthilfe gegeben haben. Technisch, inhaltlich, “gesellschaftlich”, ab und an auch mal seelisch. Es war nicht immer einfach mit mir.

Lindenstraße…eeeeh, Douglasienboulevard…ach Quatsch: Ahornallee!

Montag, 16. April 2007

Seite heute 17 Uhr gibt es auf RTL eine neue Serie: Ahornallee.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Witwer zieht wegen Arbeitslosigkeit von der Ostwestfalenmetropole Herford nach Düsseldorf (genauer: in die Ahornallee), um dort einen neuen Job als Hausmeister anzutreten. Dort soll er sich um eine Schickimicki- Villa kümmern. Erwartungsgemäß findet er dort als bodenständiger Mensch keinen Anschluss. Oder, um mal die Wikipedia zu zitieren:

Die Serie zeigt vor allem gesellschaftliche Differenzen auf, der Kleinkrieg der armen Familie mit den anderen, höherstehenden Bewohnern der Ahornallee.

Es wohnen im Haus:

  • Der neue Hausmeister Willi Schlosser nebst Tochter Petra und Sohn Jan, die Mutter ist ein Jahr zuvor gestorben
  • “Gönner” Karsten Winterberg, der den Hausmeister eingestellt hat, seine Frau Erika, seine Schickimicki- Tochter Julia und der verkommene Sohn Stefan, der das Internat geschmissen hat
  • Ilona und Stefan Keller, er Schönheitschirurg, haben ne Tochter namens Jasmin, die sich in den Hausmeistersohn verguckt
  • Das Porno- Pärchen Isabelle Ferenczy und Udo Meister, beide relativ schleimig und unsympathisch
  • Lehrerin Silvia Eichhoff mit Sohn Lukas mit HIM-Shirt, Buttons und Jeansjacke

Kleine Fakten am Rande:

  • Der Umzugs-LKW der Hausmeisterfamilie ist liebevoll mit Müll drapiert
  • Ehepaar Keller besteht aus Claudia Neidig und Hans Holzbecher, die bereits vor einiger Zeit bei Unter Uns einen Auftritt fanden.
  • Wilde Schnittführung, fiese Kameraführung
  • Klassischer Konflikt: Arm vs. Reich
  • Flippige Soundtrack- Musik (von Billy Talent bis Gwen Stefani)
  • Schlecht gemachte Fake- Wunden
  • Gedreht wird in einer echten Villa in München

Hinter den Kulissen der “Ahornallee” arbeiten bei Tresor TV rund 70 Personen an der Herstellung der Serie. Im Haus wird mit drei Kameras gedreht, im Außendreh kommt eine vierte Kamera zum Einsatz. Innovativ ist der so genannte “tapeless workflow”. Erstmals werden im Rahmen einer RTL-Serienproduktion alle Szenen auf Festplatte aufgezeichnet und weiterverarbeitet. Bänder werden nur noch zur Archivierung und für Backups verwendet. (Quelle)

Fazit: Eine weitere Soap, die eigentlich keiner braucht. Achso, und danke an das Fernsehlexikon für den Alternativnamen Douglasienboulevard.

Augusto Monterroso und die Phantasie

Montag, 16. April 2007

Dem aufmerksamen Leser dieses kleinen, aber feinen Blogs wird nicht entgangen sein, dass ich “nebenbei” auch noch studiere. Seit einer Woche läuft nun das Semester wieder und ich habe viel gelernt. Um nicht ganz den Anschluss zu verlieren und die Hälfte zu vergessen, bin ich zu dem Entschluss gekommen, auch euch einmal teilhaben zu lassen von den wertvollen Informationen, die mir in der Bildungsstätte übermittelt werden.

Heute gibt es für euch einen Ausschnitt der Vorlesung “Phantastische Literatur”, der ich heute vormittag beigewohnt habe. Thema der ersten Sitzung war eine generelle Einführung und eine grobe Definition, was Phantastische Literatur überhaupt ist. Den Anfang machte eine wirklich sehr kurze Erzählung von Augusto Monterroso, seines Zeichens guatemaltekischer Schriftsteller und Diplomat. Sie lautet wie folgt:

Als er erwachte, war der Dinosaurier immer noch da.

Stellt sich direkt die Frage: Warum sollte man diese Geschichte der phantastischen Literatur zurechnen? Weil ein Dinosaurier darin vorkommt und das ja wohl nun wirklich nur Phantasie sein kann?

Was wäre, wenn man den Satz umstellen würde?

Als er erwachte, war der Dinosaurier immer noch da, wie Fred Feuerstein berichtete.

Immer noch Phantasie? Oder doch ein ganz anderer Zusammenhang, in dem die Aussage vom Anfang Sinn ergibt?

Letztendlich jedenfalls ein grobes Fazit: Phantastische Literatur baut vor allem darauf, dass sie sich beschäftigt mit Brüchen und Unstimmigkeiten in den “rechten Dingen” (also dem, was man normal erwartet). Oder, wie es Roger Caillois noch “konkreter” beschreibt: Phantastische Literatur baut auf “Risse in der Oberfläche”. Wobei die Oberfläche das beschreibt, das man kennt. Gewohntes, Vertrautes. Und die Phantastische Literatur entsprechend den Riss hervorruft. Das Gewohnte verzerrt. Oder gar durchbricht. Man stelle sich mal vor, es würde morgens ein Dinosaurier im Schlafzimmer stehen. Wie surreal. Irgendwie.

Okay, ich gebe es zu, das wirkt jetzt mal relativ zusammenhangslos. Aber das Semester ist ja noch nicht vorbei. Und eigentlich ging es mir auch hauptsächlich mal darum, diese großartig kurze Erzählung zu präsentieren.

Das konnt ja auch nicht lange gutgehen.

Sonntag, 15. April 2007

Als ich letzten Montag aus dem Osterwochenende nach Hause kam, war er schon krank. Wirkte irgendwie lethargisch, mutlos, regungslos. Ein Hausbesuch umsorgte ihn. Gab ihm Medikamente. Untersuchte ihn akribisch. Die Krankheit war gefunden. Jedenfalls dachte dies sein Umfeld. Heute morgen ist die Krankheit zurückgekommen.

Unser Aufzug ist wieder mal kaputt. Das letzte Mal hat es bis Freitags gedauert, dass er repariert wurde. Wie lange wird es wohl dieses Mal dauern? Ich bereite mich seelisch sicherheitshalber schonmal wiede auf eine Woche Treppensteigen vor. Sechs Stockwerke sind ja nix.

Bild dir deine Meinung

Samstag, 14. April 2007

Seit einiger Zeit scheint die Bild- Zeitung eine neue Masche zu fahren: Zeitungssteckaktionen. Nicht nur in bundesdeutsche Innenstädten (heute noch gesehen an diversen Plätzen in Bochum), sondern auch an den Universitäten verteilt die Springer- Meute ihre “Werke” an das Volk.
Stellen sich für mich diverse Fragen:

1. Warum versucht die Bildzeitung ihr “Glück” an einer Bildungsstätte wie der Ruhr-Universität?
2. Bisher hatte ich solche Werbeaktionen nur von Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen und der Süddeutschen erlebt. Aber die kann man ja im Gegensatz zur Bild abonnieren.
3. Wie viele Zeitungen sind die Herren und Damen Zeitungsverteiler wohl losgeworden? Im Vorbeigehen habe ich etliche gesehen, die das Druckwerk abgelehnt haben.

Also, was ist der Hintergedanke an dieser Aktion? In der Innenstadt kann ich das ja noch verstehen. Viel Fußvolk aus diversen Bevölkerungsschichten. Aber das Bildungsbürgertum auf dem Weg in die Lehranstalt mit seichter Lektüre für langweilige Seminarstunden versorgen? Und am Ende noch Mitschuld haben an der Verdummung der Universitätselite?

Ich habe es mir aus rein wissenschaftlichen Gründen übrigens nicht nehmen lassen, mir eine solche Zeitung mitzunehmen. Und fand sofort einige Blüten der deutschen Zeitungsunterhaltung. Die eigentliche Zeitung war eingewickelt in ein informatives Beiblatt, das dem unwissenden Neuleser eine kleine Einführung in Inhalte und Layout der Bildzeitung bieten sollte. Und bevor ich jetzt hier alle Bilder bis in kleinste Detail einfüge (was vermutlich auch nicht der Hit für die Bandbreite wäre…), ist hier ein kleines Bildarchiv zu finden.
Ich fands auf jeden Fall sehr amüsant. Zum Bildleser wird mich das allerdings vermutlich nicht machen. Ehem.

Release von Mac OS 10.5 (Leopard) verschoben

Donnerstag, 12. April 2007

Nach einigen Gerüchten betreffs eines möglichen Releasedatums für die neue Version des Apple- Betriebssystems hat Apple heute dann doch mal Klartext geredet (Pressemitteilung aktuell noch hier zu finden):

iPhone has already passed several of its required certification tests and is on schedule to ship in late June as planned. We can’t wait until customers get their hands (and fingers) on it and experience what a revolutionary and magical product it is. However, iPhone contains the most sophisticated software ever shipped on a mobile device, and finishing it on time has not come without a price — we had to borrow some key software engineering and QA resources from our Mac OS X team, and as a result we will not be able to release Leopard at our Worldwide Developers Conference in early June as planned.

Heißt im Klartext: Bei der Entwicklung des iPhone haben sie alle Hände gebraucht, die helfen konnten und deshalb hatten die Entwickler keine Zeit, um sich um ihren eigentlichen Job zu kümmern. So weit so gut. Dass die Entwicklung und Markteinführung des des iPhones Arbeitskraft zieht, ist verständlich. Aber es geht ja noch weiter:

While Leopard’s features will be complete by then, we cannot deliver the quality release that we and our customers expect from us. We now plan to show our developers a near final version of Leopard at the conference, give them a beta copy to take home so they can do their final testing, and ship Leopard in October. We think it will be well worth the wait. Life often presents tradeoffs, and in this case we’re sure we’ve made the right ones.

Wegen gravierenden Qualitätsdefiziten dann doch erst ein Release im Oktober, wo bisher ja Juni angepeilt war. Da eine Vorabversion des Betriebssystems laut diverser Betatester wohl doch ziemlich instabil gewesen sein soll, war das wohl die einzig richtige Entscheidung. Im Gegensatz zu manchem Microsoft- Release wollen die Herrschaften aus Cupertino vermutlich immerhin sicherstellen, dass der User nicht als unfreiwilliger Betatester “missbraucht” wird…

Willkommen im (studentischen) Leben

Dienstag, 10. April 2007

Indizien, die darauf hindeuten, dass das Semester gerade losgegangen ist:

  • Schon auf dem Weg zur Lehranstalt muss man damit rechnen, dass die Zustände in der U-Bahn eher der der Pariser Metro zur Stoßzeit gleichkommen - willkommen in zum Gruppenkuscheln!
  • An der Uni angekommen fahren alle Afzüge Amok, halten niemals da, wo sie sollten und wenn sie dann mal kommen, dann sind sie eh schon voll
  • Die Schlange in der Cafeteria hat die Länge der Schlangen, die sich vor den Ausgabestellen des Begrüßungsgeldes gebildet haben
  • In den Hörsälen stolpert man auf dem Weg zu den wenigen freien Plätzen über Leute, die es sich auf der Hörsaaltreppe bequem gemacht haben
  • Vergessliche Menschen kämpfen bis aufs Blut um die letzten verfügbaren Reader
  • Der Versuch, nach dem Seminar einen freien Platz in der Cafeteria zu finden, tendiert gegen Null
  • Das uniinterne Wlan- Netzwerk bricht dank instabilem VPN- Server schon beim bloßen Verbindungsversuch zusammen. Wenn es doch mal eine Verbindung geben sollte, wird sie sicherheitshalber nach 3 Sekunden getrennt, um die größtmögliche Verzweiflung beim User hervorzurufen
  • Verwirrte Menschen in den Unifluren, die desorientiert wirken und vermutlich am liebsten das Studium direkt wieder an den Nagel hängen würden
  • Und zu guter Letzt: Eine gelangweilte Bloggerin, die sich internetlos in der Cafete einen viel zu dünnen Kaffee ins Gesicht schüttet und auf bessere Zeiten hofft.

In diesem Sinne: Frohes Sommersemester euch allen!

Nach den Osterfeiertagen rufen wir: We don’t need no education

Montag, 09. April 2007

Ostern ist vorbei. Endlich. Wenn man an einer Eiweißvergiftung sterben kann, dann war ich an diesem Wochenende wirklich kurz davor. Aber nein, Quatsch. Es waren seit Karfreitag exakt sieben von den bunten Dingern. Dafür aber Unmengen an Schokolade. Nicht zu sprechen von der Osterhasenarmada, die ich heute wieder in meine Wohnung tragen durfte. Und da zu Fuß 6 Etagen nach oben, da der Aufzug zum ersten Mal seit meinem Einzug im Oktober 2003 tatsächlich mal kaputt ist. Als ob er gewusst hätte, dass ich dringend mal wieder Bewegung brauche.

Zu diesem Bewegungspensum gesellt sich morgen dann noch die Tatsache, dass es ab morgen wieder an den Ernst des Lebens geht. Seit Anfang Dezember laufe ich quasi nur noch im Leerlauf. Da das Semester in Schottland nunmal von September bis Dezember läuft, musste ich zwar schon früher ran als meine Kommilitonen in Deutschland, hatte dafür aber danach massig Zeit, die ich aus unerfindlichen Gründen noch nicht einmal sinnvoll nutzen konnte.

Morgen geht es also zurück in die Betonschönheit, die gute alte Ruhr- Universität. Zurück in das charmant verschachtelte Institutsgebäude. Zurück auf die verranzten Klappbänke im Hörsaalgebäude des GB- Gebäudes. Ich hoffe nur, dass ich das Lernen nicht verlernt habe. Ein letztes Semester. Muss ich jetzt wehmütig werden?