Wie Robert gestern schon in einem Eintrag zusammengefasst hat, haben wir einige Zeit darüber diskutiert, was man vielleicht verbessern könnte in Sachen BarCamp-Anmeldungen.
Auch ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken darüber, ob und wie man das Anmeldeprozedere verbessern könnte. Eines der Hauptprobleme, mit dem wohl die meisten BarCamps zu kämpfen haben: No-Shows. Es gibt sicher immer ein paar Leute, die kurzfristig absagen, aber dennoch kann es ja nicht angehen, dass ein BarCamp-Organisator quasi standardmäßig davon ausgehen muss, dass rund 1/6 aller Angemeldeten nicht auftauchen.
Eine Lösung wäre: Keine Anmeldeliste machen und abwarten, wer kommt. Ein Problem, das ich dabei sehe: Viele von weiter entfernt kommen erst gar nicht, weil man Gefahr läuft, die lange Reise vergebens gemacht zu haben. Dagegen steht aber die Tatsache, dass zu den meisten Camps Leute kommen, die nicht auf der Teilnehmerliste standen- auf gut Glück. Franz fordert schon seit längerem (erst kürzlich hier) eine Auflistung der No-Shows auf den Camps, mit Hilfe derer Veranstalter entsprechend “regelmäßige No-Shows” ausfindig und ggf. auch ausschließen können. Aber ob das wirklich eine Lösung sein kann, wage ich zu bezweifeln.
Einige andere Ideen scheitern schon an der Durchsetzung: Wenn man eine Anmeldegebühr erhebt (die den No-Shows nicht zurückgezahlt wird), muss man diese entsprechend verwalten und am Ende auch wieder auszahlen. Verwaltungstechnisch ein Debakel und meiner Meinung nach ein unverhältnismäßiger Schachzug. Eine andere Idee wäre eine No-Show-Strafgebühr, die dann verwendet wird, um beispielsweise dem Raumsponsor eine Spende zukommen zu lassen. Wie durchsetzbar das ist, weiß ich auch nicht so recht, vermutlich auch eher gar nicht.
Ein Gedanke spukte mir schon seit Wochen im Kopf herum, und ich würde ihn an dieser Stelle gerne einmal kund tun. In den USA funktioniert es auf BarCamps schon länger ganz gut, wenn sich die Besucher ein wenig an den Komplettkosten beteiligen. Was wäre so schlimm daran, für ein komplettes Wochenende BarCamp mit allem drum und dran 15-20 Euro beizusteuern, um den Organisations- und Sponsorenaufwand etwas zu senken? Im Zweifelsfall kann das nicht nur die Organisatoren entlasten, sondern auch die Vorlaufzeit für ein BarCamp verkürzen. Ich bin sicher, dass mit dieser Idee nicht alle einverstanden sein werden (und das respektiere ich auch), aber gerade eine kleine Beisteuerung von allen könnte meines Erachtens den offenen Charakter eines Camps sogar fördern. Es geht nicht um Unmengen an Geld, sondern nur um einen kleinen Beitrag, der keinem wirklich wehtut.
Zu guter Letzt stelle ich mir die Frage, wie viele Leute ohne Anmeldeliste zu einem BarCamp kommen würden. Das heißt: Wie viel Kapazität müsste eine Location haben, um alle Willigen aufzunehmen? Problem bei einer fehlenden Anmeldeliste ist die mangelnde Planbarkeit von Verpflegung und allem anderen, eine Lösung dafür wäre eine Interessenliste, in der sich alle Interessierten eintragen können.
Als letzte Idee hätte ich noch den Weg, die Teilnehmerplätze zu verlosen. Das würde Chancengleichheit für alle bedeuten und alle die, die die Öffnung der Teilnehmerliste nicht sofort mitbekommen, haben die gleiche Chance wie die 24/7-Surfer. Zusätzlich könnte man extra Listenplätze für BarCamp-Ersties reservieren.
So viel zu meinem ersten Brainstorming. Meinungen nehme ich gerne entgegen, entweder hier oder über Mail, Skype und sonstige Kommunikationswege.